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Einfach Meer: Ocean Film Tour

Gehört ihr auch zu den Ocean Lovers? Ich glaube, uns Hamburgern liegt die Liebe zum Wasser irgendwie im Blut. Deshalb war die Hütte auch voll, als die International Ocean Film Tour diese Woche ins CinemaxX-Dammtor lockte. Coole Surferboys flimmerten ebenso über die Leinwand wie uncoole Haischlachter. Die Kurzfilmreihe hat eindrucksvoll gezeigt, wie mächtig und zugleich zerstörbar die großen Weltmeere sind. Werfen wir doch mal einen genaueren Blick auf die vier Beiträge, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind. Die werden sicher auch euch beeindrucken!

Attractive Distractions: Heiße Surferboys

AttractiveDistractions_SurferfilmWarum der Eröffnungsbeitrag der Ocean Film Tour Attractive Distractions heißt, darf jeder für sich selbst interpretieren. Die Kamera nimmt uns mit an paradiesische Orte, an denen Profisurfer ihrer Leidenschaft nachgehen. „Es gibt viele Dinge, die sind größer als du, es kommt nur darauf an, wie du mit ihnen umgehst“, sagt eine Stimme aus dem Off.

Im nächsten Moment streichelt ein knackiger Beachboy eine Riesenwelle von innen. So lässig, wie ein Typ, der sich gegen einen Kühlschrank lehnt, gleitet er durch den Tunnel aus wild schäumendem Nass.

AttractiveDistractions_ProfisurferIn Attractive Distractions geht es um Nervenkitzel, sportliches Geschick, aber auch um einen Lifestyle. So ästhetisch wie die Südsee-Sonne durch das nasse Haar der braun gebrannten Surfer schimmert, könnte der Film glatt eine Inszenierung von Roxy, Quicksilver und Co. sein. Das kann man kritisch sehen oder man genießt einfach!

(R)evolution: Warum es schlecht um uns steht

Revolution_Korallen-Great-Barrier-ReefUnsere Erde besteht zu 70 Prozent aus Wasser und die Hälfte des Sauerstoffes, den wir atmen, kommt aus dem Meer. Das heißt: Ohne eine intakte Unterwasserwelt sieht es ganz schlecht um uns Menschen aus. Wir wissen, was wir tun müssen, es liegt jetzt nur an dem Willen der Politik, sagen Wissenschaftler.

Umso wichtiger, dass es Leute wie Rob Stewart gibt, die Otto Normalverbraucher immer wieder auf das Thema aufmerksam machen. Dabei wollte der junge Meeresbiologe eigentlich „nur“ einen Film über das Sterben der Haie drehen, die täglich zu Tausenden für ihre Flossen getötet werden. Doch während er mit den gefürchteten Tieren kuschelt, fällt ihm auf, wie viele Korallenriffe in deren Lebensraum bereits verödet sind.

Revolution_Tigerhai-BahamasRevolution_Tote-Haie

Keine Korallen, kein Plankton, keine Fischvielfalt. Das alles ist eine Entwicklung, die auch für uns fatale Folgen hat. Wir müssen genau jetzt reagieren, warnt der eindringliche Film (R)evolution. Was kann also jeder Einzelne tun? Sich bei jedem Einkauf fragen, nach welchem Produkt er da gerade greift! Und mal ehrlich: Muss es wirklich die Plastiktüte sein?

And Then We Swam: Ozean vs. Ruder-Amateure

And-Then-We-Swam_Ozeanrudern1Zwei Chaoten aus England mit null Erfahrungen im Rudern, geschweige denn im Übernachten auf dem Wasser, beschließen mehr als 5.000 Kilometer über den Indischen Ozean zu paddeln – von Australien bis zur Insel Mauritius. Einer von ihnen (das kommt allerdings erst mitten in dem Film raus) ist nach einer schweren Krankheit an den Füßen gelähmt. Er sieht in dem Trip die Chance, endlich das Gefühl echter Freiheit wieder zu gewinnen.

And-Then-We-Swam_OzeanrudernIm Laufe der Tour werden die Wellen natürlich größer, die Bärte der Ruderer länger und die Hintern immer wunder. Richtig trocken ist man auf dem Boot ja nie und allein der Wind bestimmt, wie das Duo vorankommt. Fast hätten die beiden Frohnaturen tatsächlich das Unglaubliche geschafft und aus eigener Kraft ihr Ziel erreicht …

.. doch dann bäumt sich plötzlich aus dem Nichts eine riesige Welle vor dem Boot auf. Die Wassermassen spülen es durch und lassen nicht mehr viel Seetüchtiges übrig.

Eine zweite Monsterwelle schleudert das Schiffchen schließlich ganz davon. Noch im letzten Moment davor beschließen James Adair und Ben Stenning, ins Meer zu springen. Dass diese Männer schwimmenderweise ein Korallenriff erreichen und irgendwann von einem Rettungsschiff dort abgeholt werden würden, hätten sie zu diesem Zeitpunkt selbst nicht mehr geglaubt. Spannender als ihr Film And Then We Swam könnte kaum ein Blockbuster sein.

Red Bull Storm Chase: Sturmwarnung? Hin da!

Stormchase_Redbull-StormchasingWenn aus dem Radio eine Unwetterwarnung schallt und es heißt, man solle nur im Notfall rausgehen, dann gibt es viele Menschen, die sich an diese Empfehlung halten. Es gibt aber auch solche, die sich genau dann auf den Weg machen, die dahin reisen, wo der Sturm gerade am heftigsten wütet und dann sogar ihre Surfbretter rausholen.

Verrückte Windsurfer dieser Art versammelt jedes Jahr das Red Bull Storm Chase. 10 Teilnehmer, 3 Stationen an verschiedenen Orten der Welt und am Ende gibt es nur einen, der siegt. Einen, der auch bei 12 Meter hohen Wellen noch die eleganteste Figur von den Wassersportlern macht.

Stormchase_Redbull-StormchaseSeit der Ocean Film Tour weiß auch ich: Windsurfer können fliegen! Nicht nur mal ganz kurz, sondern wirklich! Wer auch mal so verblüfft werden will, behält für die nächste Filmrunde diese Website im Blick oder schaut mal bei den DVDs. Und dann gibt es ja auch noch die Outdoor Film Tour, von der ich schon berichtet habe. Nur eine Anregung an die Veranstalter: Wenn nach der Pause noch mal zielgruppenspezifische Werbung kommt, dann wenigstens kurz vorwarnen!

Und ihr, was sagt ihr zu den Filmbeiträgen? Konnte euch mein kleines Resümee beeindrucken oder wart ihr sogar selbst bei der Ocean Film Tour und habt vielleicht andere Favoriten? Schreibt mir gern einen Kommentar!

Ocean-Film-Tour-Hamburg
Titelbild © Daniel Norkunas/Take Shelter Productions

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